Manche arbeiten seit Jahren am Empfang oder am Behandlungsstuhl, ohne Abschluss als Zahnmedizinische:r Fachangestellte:r. Andere kommen aus Einzelhandel, Gastronomie oder Büro. Beide fragen sich: Geht das ohne dreijährige Ausbildung?
Ja. Es gibt einen berufsbegleitenden Weg, den der Bildungsgutschein fördern kann.
Kann man ZFA ohne Ausbildung werden?
Ohne Qualifizierung wirst du nicht zur ZFA. Den Abschluss bekommst du nur mit bestandener Abschlussprüfung. Genau diesen Abschluss verlangen die meisten Praxen. Einen Ausbildungsvertrag und die Berufsschule brauchst du dafür aber nicht. Die Alternative heißt Externenprüfung. Du legst die Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer ab, ohne vorher eine Ausbildung zu machen. Voraussetzung ist, dass du zur Prüfung zugelassen wirst.
Bei Care-er führt der Weg über sechs aufeinander aufbauende Teilqualifizierungen (TQs). Jede TQ entspricht § 10 der Prüfungsordnung der Zahnärztekammer Berlin und endet mit einer Kompetenzfeststellung. Die Zahnärztekammer Berlin erkennt die Weiterbildung als gleichwertig zur ZFA-Ausbildung an. Grundlage ist § 43 Abs. 2 BBiG. Nach der letzten TQ legst du die Externenprüfung ab. Danach hast du den staatlich anerkannten Berufsabschluss, kein Weiterbildungszertifikat.
Für wen eignet sich der ZFA-Quereinstieg?
Der Quereinstieg ist für zwei Gruppen gedacht. Die erste arbeitet schon ungelernt in einer Zahnarztpraxis und will sich nachqualifizieren. Die zweite steigt ganz neu ein. Medizinisches Vorwissen brauchst du nicht. Neu Einsteigende durchlaufen alle sechs TQs.
Es gibt ein paar feste Voraussetzungen. Du bist mindestens 25 Jahre alt und hast eine Arbeitserlaubnis. Für den Bildungsgutschein solltest du keinen verwertbaren Berufsabschluss haben, oder dein Abschluss liegt mehr als vier Jahre zurück. In den letzten zwei Jahren solltest du keine Weiterbildung mit Bildungsgutschein gemacht haben. Bist du jünger als 25, ist die reguläre Ausbildung der passende Weg. Auch dazu beraten wir dich.
Neben den formalen Punkten zählt, ob der Beruf zu dir passt. Du begleitest Patient:innen durch Behandlungen, auch wenn sie nervös sind oder Schmerzen haben. Für Hygiene, Medizinprodukteaufbereitung und Dokumentation gelten klare Regeln. Die hältst du auch ein, wenn es hektisch wird. Und du brauchst einen langen Atem, denn die Weiterbildung dauert mehrere Jahre. Mehr zur Eignung findest du unter Passt der Kurs zu mir?.
So läuft die ZFA-Umschulung berufsbegleitend ab.
Umgangssprachlich heißt dieser Weg oft ZFA-Umschulung. Das Wochenmodell ist fest. An drei Tagen lernst du live online mit Fachdozent:innen. An zwei Tagen bist du in einer Zahnarztpraxis und wendest das Gelernte direkt an. Eine Berufsschule gibt es nicht. An den Online-Tagen ist Unterricht von 8 bis 16 Uhr. Flexible Lösungen sind nach Absprache möglich. Du brauchst einen Laptop oder PC mit Webcam und Mikrofon.
Den Live-Unterricht ergänzt ALIS, das adaptive Lernsystem von Care-er. Es bietet jedes Thema in mehreren Formaten an, etwa als Video, Podcast, Text, Mindmap oder Quiz. Deinen Lernweg passt es an deinen Fortschritt an. Wie sich Online-Lernen im Alltag anfühlt, beschreibt unser Artikel Digitales Lernen: Funktioniert das?.
Was ist, wenn du noch keine Praxis hast?
Die zwei Praxistage gehören fest dazu. Arbeitest du schon in einer Zahnarztpraxis, lernst du dort mit. Wenn nicht, hilft dir Care-er bei der Suche nach einem Praktikumsbetrieb. Ab Kursstart bekommst du ein Teilnahme-Zertifikat. Damit zeigst du Praxen früh, dass du auf dem Weg zur ZFA bist.
Was lernst du in den sechs Teilqualifizierungen?
Zusammen decken die sechs TQs den bundesweiten Rahmenlehrplan für ZFA ab. Jede baut auf der vorherigen auf.
| Teilqualifizierung | Inhalte (Auswahl) |
|---|---|
| TQ 1: Im zahnärztlichen Team professionell arbeiten | Berufsrolle, Rechte und Pflichten, Teamkommunikation, Qualitätsmanagement, Datenschutz und Dokumentation |
| TQ 2: Patient:innen empfangen und Praxisorganisation unterstützen | Patientenkommunikation, Terminmanagement, Empfang und Verwaltung, Materialwirtschaft |
| TQ 3: Hygiene, Medizinprodukteaufbereitung und Notfallmanagement | Hygienepläne und RKI, Arbeitsschutz, Notfallmaßnahmen, Strahlenschutz und Röntgen |
| TQ 4: Konservierende und endodontische Behandlungen begleiten | Füllungstherapie, Endodontie, Instrumentenkunde, Patientenaufklärung, Abrechnung |
| TQ 5: Prophylaxe und Parodontalbehandlungen | Prävention, Prophylaxe und PZR, PA-Therapie, Mundhygieneinstruktion, Abrechnung |
| TQ 6: Chirurgische und prothetische Behandlungen begleiten | Chirurgische Assistenz, Prothetik, Behandlungsabläufe, Nachsorge, Abrechnung |
Alle Lernfelder findest du im Lehrplan der ZFA-Weiterbildung. Wie Teilqualifizierungen grundsätzlich funktionieren, erklären wir im Artikel Teilqualifizierung erklärt.
Wie lange dauert der Weg zur ZFA?
Die sechs TQs dauern je etwa sechs Monate, zusammen rund drei Jahre. Mit Berufserfahrung geht es schneller. Hast du mindestens zwei Jahre in einer Zahnarztpraxis gearbeitet, kannst du TQ 1 überspringen. Die zugehörige Kompetenzfeststellung musst du aber bestehen. Dann sind es fünf TQs und etwa zweieinhalb Jahre. Ob die Anrechnung bei dir greift, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
Die Weiterbildung startet zum Monatsersten, unter Vorbehalt der Teilnehmerzahl. Du musst also nicht auf einen festen Ausbildungsbeginn im Spätsommer warten.
Wo legst du die Prüfung ab?
Standard ist die Zahnärztekammer Berlin, weil Care-er dort ansässig ist. Die Zulassung gilt unabhängig von deinem Wohn- oder Arbeitsort (§ 12 Abs. 3 der Prüfungsordnung). Zur Prüfung reist du nach Berlin. Die Termine stehen früh fest. Auf Wunsch kannst du die Zulassung auch bei einer anderen Zahnärztekammer beantragen, denn das Curriculum folgt dem bundesweiten Rahmenlehrplan. Zulassung und Ablauf erklärt unser Artikel Externenprüfung ZFA.
Wie wird der Quereinstieg gefördert?
Die ZFA-Weiterbildung bei Care-er ist nach AZAV zugelassen. Deshalb kann sie über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III gefördert werden. Mit bewilligtem Gutschein sind 100 % der Kosten für Lehrgang, Prüfung und Lernmaterial gedeckt. Das Geld geht direkt an den Träger. Der Vertrag kommt ohne Anzahlung aus. ALG I oder Grundsicherungsgeld laufen während der Weiterbildung weiter. Mehr dazu unter Grundsicherungsgeld und ALG.
Auch Beschäftigte können gefördert werden. Ohne verwertbaren Berufsabschluss bist du nach § 81 Abs. 2 SGB III förderfähig. Arbeitest du schon in einer Zahnarztpraxis, ist auch eine Förderung über deinen Arbeitgeber möglich. Dabei kann auch deine Praxis Unterstützung bekommen. Details stehen auf der Seite zum Qualifizierungschancengesetz.
- Mach zuerst den Förder-Check. So siehst du, welches Förderinstrument zu dir passt.
- Lass dich kostenlos beraten. Dann gehst du mit einem klaren Plan ins Gespräch mit der Behörde.
- Beantrage den Bildungsgutschein bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter. Die Bewilligung dauert meist 2 bis 4 Wochen.
- Löse den Gutschein rechtzeitig ein. Er gilt meist 1 bis 3 Monate. Die Frist legt deine Behörde fest.
Wie du das Gespräch mit der Behörde vorbereitest, liest du in Bildungsgutschein richtig beantragen und Erstgespräch beim Jobcenter vorbereiten. Bei einer Ablehnung kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (§ 84 SGG). Plane realistisch: Brichst du eine geförderte Weiterbildung ohne wichtigen Grund ab, kann eine Sperrzeit folgen (§ 159 SGB III).
Dein nächster Schritt.
Alle Fakten findest du auf der Kursseite Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA). Ob du förderfähig bist und ob du mit TQ 1 oder TQ 2 startest, klären wir in der individuellen Beratung. Fragen zu Berufsalltag und offenen Stellen beantwortet Specialist Match.
Quellen: § 43 Abs. 2 BBiG (Zulassung zur Abschlussprüfung); Prüfungsordnung der Zahnärztekammer Berlin, § 10 und § 12 Abs. 3; § 81 SGB III (Förderung der beruflichen Weiterbildung); § 82 SGB III (Förderung beschäftigter Arbeitnehmer:innen); § 159 SGB III (Sperrzeit); § 84 SGG (Widerspruchsfrist); Informationen der Bundesagentur für Arbeit auf arbeitsagentur.de.
