Zum Gehalt in der Betreuung hören Quereinsteiger:innen Widersprüchliches. Die einen sagen: „Pflege wird schlecht bezahlt.“ Andere kennen Leute mit ordentlichen Stundenlöhnen bei tarifgebundenen Trägern. Beides stimmt. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Mindestlohn, Durchschnitt und Tarif.
Der gesetzliche Pflegemindestlohn.
Betreuungskräfte zählen beim Pflegemindestlohn zu den Hilfskräften. Seit dem 1. Juli 2026 liegt ihr Mindestlohn bei 16,52 Euro brutto pro Stunde. Bei Vollzeit mit rund 160 Stunden im Monat sind das etwa 2.643 Euro brutto. Keine Pflegeeinrichtung in Deutschland darf weniger zahlen, egal in welcher Region und bei welchem Träger.
Die Pflegekommission empfiehlt die Untergrenze regelmäßig neu. Die gültige Höhe legt eine Verordnung des Bundesarbeitsministeriums fest. Ab dem 1. Juli 2027 steigt der Wert auf 16,95 Euro. Alle Stufen und Termine findest du im Artikel Pflegemindestlohn 2026 und 2027.
Was Betreuungskräfte tatsächlich verdienen.
Laut StepStone Gehaltsreport liegt der Durchschnitt bundesweit über dem Mindestlohn: rund 2.700 bis 2.900 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Bei tarifgebundenen Trägern wie AWO, Caritas oder Diakonie sind es oft 2.900 bis 3.400 Euro. Ohne Tarifbindung starten viele Stellen nahe am Mindestlohn.
Die Spanne hat drei Gründe:
- Region: München, Stuttgart und Hamburg zahlen mehr als ländliche Regionen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Dahinter stecken Personalmangel und höhere Lebenshaltungskosten.
- Tarifbindung: Tarifgebundene Träger zahlen mehr. Das Gehalt steigt dort über die Jahre verlässlicher.
- Schichten und Zulagen: Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste bringen oft Zuschläge. Wer sie regelmäßig übernimmt, verdient deutlich mehr als das Grundgehalt.
Was du beim Bewerbungsgespräch fragen solltest.
Drei Fragen zeigen dir, wie gut eine Stelle bezahlt ist. Erstens: Ist die Einrichtung tarifgebunden, und nach welchem Tarif zahlt sie? Zweitens: Wie werden Berufseinsteiger:innen eingruppiert, und wie steigt das Gehalt in den ersten drei Jahren? Drittens: Welche Schichten sind Pflicht, und welche Zulagen gibt es dafür? Ein Träger ohne Tarif ist nicht automatisch schlecht. Kenne aber die Bedingungen, bevor du unterschreibst.
Teilzeit und Minijob, häufiger als angenommen.
Viele Stellen gibt es in Teilzeit mit 20 bis 30 Stunden oder als Minijob. Das gilt besonders für Tagespflegen, die nur montags bis freitags tagsüber öffnen. Wenn du Familie und Beruf verbinden willst, findest du hier flexible Modelle. Der Mindestlohn gilt auch für Teilzeit und Minijob.
Offene Stellen, Einsatzfelder und den Arbeitsalltag findest du auf Specialist Match. Ob die Weiterbildung zu dir passt, klärt die Seite Passt der Kurs zu mir?.
Quellen: Siebte Pflegearbeitsbedingungenverordnung (7. PflegeArbbV, Werte ab 01.07.2026 und 01.07.2027); StepStone Gehaltsreport Betreuungskraft, abgerufen Mai 2026; § 53b SGB XI.
