Betreuungskräfte begleiten pflegebedürftige Menschen im Alltag. Sie führen Gespräche, lesen vor, gehen spazieren, planen Beschäftigungen und dokumentieren Beobachtungen. Körperpflege, Medikamente und Wundversorgung übernehmen Pflegefachkräfte. Deshalb steht der Beruf auch Menschen ohne Pflegeerfahrung offen.
Welche Rollen in der Pflege ohne Vorerfahrung möglich sind, steht im Ratgeber Quereinstieg in die Pflege ohne Vorerfahrung. Den Unterschied zwischen Pflege und Betreuung erklärt Pflegekraft vs. Betreuungskraft. Hier geht es um den konkreten Weg in die Betreuung.
Welche Voraussetzungen brauchst du, um Betreuungskraft zu werden?
Die formalen Hürden sind niedrig. Einen bestimmten Schulabschluss oder medizinisches Vorwissen brauchst du nicht. Bei Care-er gilt:
- Deutsch auf Niveau B1. Du führst Gespräche, dokumentierst und gibst Informationen an Pflegekräfte weiter.
- Ein Orientierungspraktikum von 40 Stunden in einer Pflegeeinrichtung vor dem Kursstart. Es zeigt dir früh, ob dir die Arbeit liegt.
- Bereitschaft, dich nach dem Abschluss jedes Jahr fortzubilden.
Genauso wichtig sind persönliche Stärken: Empathie, Geduld, eine gute Beobachtungsgabe und psychische Stabilität. Du begleitest Menschen mit Demenz und erlebst Trauer. Abgehärtet musst du nicht sein. Du solltest aber Mitgefühl und Selbstschutz trennen können. Teamgeist und Freude an Nähe sind eine gute Grundlage. Ob der Kurs zu dir passt, prüfst du unter Passt der Kurs zu mir?.
Kann ich Betreuungskraft ohne Ausbildung werden?
Ja. Du brauchst keine abgeschlossene Berufsausbildung, weder in der Pflege noch anderswo. Die Weiterbildung ist als Quereinstieg angelegt. Auszeiten durch Elternzeit, Angehörigenpflege oder Arbeitslosigkeit sind kein Hindernis. Bei Care-er sind solche Lebensläufe eher die Regel.
Ohne Ausbildung geht es, ohne Qualifizierung nicht. Einrichtungen rechnen Betreuungskräfte nur mit Nachweis über die Pflegeversicherung ab. Maßstab ist die Richtlinie nach § 53b SGB XI. Dein Zertifikat am Ende der Weiterbildung ist dieser Nachweis. Umgangssprachlich heißt es oft „Betreuungsschein“.
Wie läuft die Weiterbildung zur Betreuungskraft ab?
Die Weiterbildung hat drei Teile: Theorie, Pflichtpraktikum und Abschlusstest. Die Theorie umfasst 450 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten nach den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes. Die Themen bauen aufeinander auf:
- Rechtliche und pflegerische Grundlagen: Rechtsrahmen nach § 43b und § 53b SGB XI, deine Rolle, Hygiene, Erste Hilfe und Qualitätsmanagement.
- Krankheitslehre und Pflegekontext: Demenzformen, psychische Erkrankungen im Alter, Beeinträchtigungen, typische Alterserkrankungen und Ernährung.
- Kommunikation, Biografie und Beschäftigung: Gesprächsführung, validierende Kommunikation, Biografiearbeit, Beschäftigungsplanung, Sterbe- und Trauerbegleitung.
- Stress, Prophylaxen und Netzwerke: Konfliktlösung, Selbstfürsorge, Prophylaxen aus Sicht der Betreuung und Wohnformen im Alter.
Alle Unterrichtseinheiten findest du im Lehrplan der Weiterbildung.
Das Pflichtpraktikum.
Das Pflichtpraktikum dauert 80 Stunden. Du machst es während des Kurses in einer Einrichtung in deiner Region. Das kann ein Pflegeheim, eine Tagespflege oder ein ambulanter Dienst sein. Care-er hilft dir bei der Suche. Vor Ort begleiten dich Praxisanleiter:innen.
Test und Zertifikat.
Am Ende steht ein lehrgangsinterner Test. Bestehst du ihn, bekommst du zwei Nachweise. Das Zertifikat von Care-er belegt die Qualifikation nach § 43b und § 53b SGB XI. Dazu kommt das IHK-Zertifikat „Betreuungskraft / Alltagsbegleiter/-in (IHK)“. Klappt es beim ersten Mal nicht, wiederholst du den Test direkt danach ohne Zusatzkosten. Details stehen unter Prüfung und Zertifikat.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Betreuungskraft?
In Vollzeit dauert die Kompakt-Ausbildung ca. 9 bis 11 Wochen. Dazu kannst du Zusatzmodule einzeln buchen. Mit einem Zusatzmodul kommst du zum Beispiel auf 14 Wochen.
| Baustein | Umfang | Dauer |
|---|---|---|
| Kompakt-Ausbildung | 450 UE + 80 Stunden Pflichtpraktikum | ca. 9 bis 11 Wochen |
| Computergrundlagen inkl. KI (optional) | 150 UE | 3 Wochen |
| Gerontologische Betreuung (optional) | 150 UE | 3 Wochen |
| Demenz-Spezialisierung (optional) | 150 UE | 3 Wochen |
| Fachsprache in der Pflege/Betreuung (optional) | 150 UE | 3 Wochen |
Welches Zusatzmodul passt, hängt von deinem Ziel ab. Fachsprache richtet sich an Menschen mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache. Die Demenz-Spezialisierung vertieft den Umgang mit fortgeschrittener Demenz und herausforderndem Verhalten. Ob der Bildungsgutschein ein Zusatzmodul abdeckt, entscheidet deine Behörde. Neue Kurse starten alle 4 Wochen. Den Termin stimmst du im Erstgespräch ab.
Kann ich die Weiterbildung zur Betreuungskraft online machen?
Ja. Alle Kurse bei Care-er laufen online. Es gibt Live-Unterricht mit Fachdozent:innen, keine reine Selbstlern-Plattform. Mit dem adaptiven Lernsystem ALIS wiederholst du Inhalte in deinem Tempo. Nur das Pflichtpraktikum findet vor Ort in deiner Nähe statt.
- Unterrichtszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr.
- Gleitzeit: Du steigst zwischen 8 und 10 Uhr ein, etwa wegen Kita oder Arzttermin.
- Rhythmus: Doppelstunden von rund 90 Minuten. Nach dem Vortrag folgen Fallarbeit in Kleingruppen, Rollenspiele und Lernkontrollen. Die Pausen sind fest eingeplant.
- Technik: Du brauchst einen Laptop oder PC mit Webcam und Mikrofon.
Wie sich Live-Unterricht im Alltag anfühlt, liest du in Digitales Lernen: Funktioniert das?.
Wie finanzierst du die Weiterbildung?
Die Weiterbildung ist AZAV-zugelassen. Du kannst sie mit einem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III finanzieren. Agentur für Arbeit oder Jobcenter zahlen dann 100 % der Kosten für Lehrgang, Prüfung und Material. Das Geld geht direkt an den Träger. Du streckst nichts vor und leistest keine Anzahlung. Dein Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld läuft weiter. Mehr dazu unter Grundsicherungsgeld und ALG.
Der Gutschein gilt meist ein bis drei Monate. Die Frist legt deine Behörde fest. Die Bewilligung dauert meist zwei bis vier Wochen. Bei einer Ablehnung kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (§ 84 SGG). Wie du dich vorbereitest, steht in Bildungsgutschein richtig beantragen und Erstgespräch beim Jobcenter vorbereiten.
Bist du beschäftigt, kommt auch das Qualifizierungschancengesetz nach §§ 81, 82 SGB III in Frage. Dann beantragt dein Arbeitgeber die Förderung. Die Höhe legt die Agentur im Einzelfall fest. Ob du grundsätzlich förderfähig bist, zeigt dir der Förder-Check in einer Minute.
Wie geht es nach dem Abschluss weiter?
Mit dem Zertifikat arbeitest du in Pflegeheimen, Tagespflegen oder ambulanten Diensten. Das Zertifikat gilt unbefristet. In Pflegeheimen musst du aber jedes Jahr mindestens 16 UE Fortbildung nachweisen. Das verlangt die Richtlinie nach § 53b SGB XI.
Willst du später weiter, gibt es ab dem 01.01.2027 die bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Sie dauert 18 Monate in Vollzeit oder bis zu 36 Monate in Teilzeit. Berufserfahrene können verkürzen. Stellen und Einblicke in den Berufsalltag findest du auf Specialist Match.
Dein nächster Schritt.
Alle Details stehen auf der Seite Weiterbildung zur Betreuungskraft. Care-er ist AZAV-zugelassener Träger (Trägerzulassung W-26-26680, zertifiziert durch GUTcert). Mehr dazu unter Qualitätsmanagement. Ob der Bildungsgutschein für dich passt, klären wir in einer individuellen Beratung.
Quellen: § 43b und § 53b SGB XI; Richtlinie des GKV-Spitzenverbandes nach § 53b SGB XI (Betreuungskräfte-Richtlinie); § 81, § 82 und § 159 SGB III; § 84 SGG; Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung vom 09.10.2025 zur Pflegefachassistenzausbildung.
